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Welche Hardware?

Rechner für Pro Audio

Apple Mac Pro Audio

Der Ende 2013 erschienene Apple Mac Pro – spaciges Design, extra leise, dafür teuer und nur bedingt aufrüstbar

Musikaufnahmen und Bearbeitungen sind bezüglich der Rechnerleistung sehr anspruchsvoll! Lediglich in der Video-Produktion und bei bestimmten, neueren Spielen werden noch mehr Leistungs-Ressourcen gefressen.

Damit alles flüssig läuft beim Produzieren, sollte der Rechner daher nicht zu langsam sein! Wenn Sie viele Spuren und Effekte in Ihrem Musikprojekt verwenden, muss der Rechner immer mehr Daten verarbeiten. Ist der Prozessor nicht schnell genug, kommt es zu deutlichen Knacksern und Verzögerungen bei der Wiedergabe des Liedes!

Daher sollten Sie bei einem Rechner-Neukauf möglichst ein Modell der neuesten Generation wählen. So haben Sie auch lange was davon. Der überteuerte High-End-Rechner für die neuesten Online-Baller-Spiele (bei dem bereits zig Hintergrundprogramme installiert sind, sprich das System ist bereits ordentlich zugemüllt) muss es allerdings auch nicht sein.

Die Mindestanforderungen in Zahlen ausgedrückt (Stand Jan 2015): Wählen Sie bei einem Neukauf einen Rechner mit mehreren (vier oder mehr) Prozessorkernen, die jeweils mindestens 2 GHz takten. Der Arbeitsspeicher sollte mindestens 4 GB betragen. Generell gilt bei beidem: Je mehr, desto besser!

Folgende Website bietet einen Vergleich aller aktuellen Prozessoren, was ich als äußerst hilfreich erachte.

www.pcgameshardware.de/CPU-Hardware-154106/Tests/CPUs-und-Prozessoren-Test-Bestenliste-AMD-und-Intel-675663/

Das ist zwar eine Gaming-Website, aber es wurde sowohl die Performance bei Spielen als auch bei Programmen getestet. (Eine Seite, wo ein praktischer Vergleich aller Prozessoren explizit in Bezug auf die Performance bei der Musikproduktion durchgeführt wurde, ist mir nicht bekannt.)

audio-wissen

Schauen Sie einfach, welcher Prozessor in dem PC verbaut ist, den Sie ggf. kaufen möchten, und lesen Sie in der Tabelle ab, wie dieser sich in seiner „Overall Performance“ im Vergleich schlägt. Man sieht z.B., dass selbst der aktuell beste AMD Prozessor nur knapp 70% der Leistung des besten Intel’s liefert (was wiederum nicht heißt, dass man mit dem AMD keine Musik machen könnte).

Ein großer Monitor (24 Zoll oder mehr) ist vorteilhaft, jedoch nicht Pflicht. Gleiches gilt für den simultanen Einsatz zweier Monitore.

Je nach Programm, welches Sie zur Musikbearbeitung verwenden wollen, benötigen Sie noch ein DVD-Lauftwerk zur Installation. Von den meisten Programmen gibt es inzwischen aber auch Download-Versionen.

PC oder Mac?

Einige Experten antworten auch heute auf diese Frage noch klar mit „Mac“. In meinen Augen sind Diskussionen zu diesem Thema aber längst nicht mehr aktuell. Denn eins ist klar: Während der Mac dem PC früher tatsächlich einiges voraus hatte, hat Windows inzwischen deutlich aufgeholt.

Früher gab es spezielle, abgespeckte PC-Versionen von z.B. Cubase, weil der PC nicht die Leistung eines Macs erbringen konnte. Lediglich auf dem Mac konnte man die Vollversion von Cubase mit allen Funktionen fahren. Heutzutage ist das längst anders: Sie können mit dem PC problemlos produzieren!

Apple Mac oder Windows PC DAW

Auch das Betriebssystem Windows an sich ist spätestens mit der neuesten Version (8.1.) äußerst rasant und stabil geworden. Apple’s Betriebssysteme waren schon immer gut. Der Mac lässt sich aber auch mit Windows betreiben, was einen bloßen Vergleich der Betriebssysteme ohnehin relativiert.

Hat der Mac denn noch Vorteile gegen über dem PC? Das kann sein, der beste Mac läuft bei den meisten Anwendungen (nicht bei allen Anwendungen, wie aktuelle Tests belegen) noch einen Tacken schneller als der beste PC.

Nur kriegt man einen echten (Audio) High-End PC (mit Top Intel-Prozessor, 32 GB Ram, SSD-Festplatte und gedämmtem Gehäuse) für ca. 1.400 Euro, während man bei Apple aktuell für eines der Top Modelle, den Apple Mac Pro 8-Core Xeon E5 3.0GHz (mit 16GB RAM & 1 TB Festplatte), ganze 7.000(!) Euro bezahlt.

Zudem lässt das neue Mac Pro Design (welches natürlich super aussieht und extrem leise ist, keine Frage) nur noch bedingt Aufrüstungen zu, während der PC nach ein paar Jahren anhand des Einbaus aktueller Komponenten einfach wieder auf den neusten Stand gebracht werden kann.

Mir persönlich wäre das daher zu teuer, vor allem da ich weiß, dass ein beserer Computer mich nicht automatisch zu einem besseren Musiker oder Tontechniker macht. Entscheidend für die Qualität der Musik, die ich mache, ist immer noch meine Kreativität, mein tontechnisches Know-How sowie vor allem mein Gehör. Wer das Geld aber über hat – klar, das muss jeder selbst entscheiden!

Die Soundkarte

Rechner sind werkseitig normal mit einer einfachen Standard-Soundkarte (On-Board-Soundkarte) ausgestattet, die zum Zwecke der Musikproduktion jedoch nicht ausreichend ist!

Browne Raumakustik Module

Zur Musikaufnahme müssen Sie sich ein spezielles Audio-Interface zulegen! Im Handel fällt häufig auch der Begriff Recording-Karte. Diese finden Sie eher nicht bei Saturn und Media-Markt (o.ä.), sondern bei speziellen Musikequipment-Fachhändlern wie Thomann!

Je nachdem, wie viele Signale Sie dabei gleichzeitig aufnehmen möchten, benötigen Sie eine Recording-Karte mit entsprechend vielen Eingängen!

Beispiel: Sie möchten eine kleine Band mit Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug gleichzeitig aufnehmen! Allein für das Schlagzeug brauchen Sie mindestens 4 Eingänge, da möglichst jede Schlagzeugtrommel einzeln mit einem eigenen Mikrofon aufgenommen werden sollte!

Für jedes Mikrofon brauchen Sie also einen eigenen Eingang! So können Sie dann jede Schlagzeugtrommel auf eine jeweils separate Spur aufnehmen und innerhalb dieser Spur mit Effekten belegen!

Zu den Eingängen, die Sie für die Drums brauchen, kommen dann noch die Eingänge für den Gesang, den Bass und die Gitarre! Bei dieser Konstellation landen Sie also schon bei 7 Spuren! Eine Soundkarte mit z.B. nur 4 Eingängen wäre für Sie unbrauchbar!
Anderer Fall: Sie möchten lediglich Gesang aufnehmen und produzieren das Instrumental digital. Hier reicht eine Recording-Karte mit bloß einem Eingang bzw. Mikrofonanschluss (mit integriertem Mikro-Vorverstärker)!

Standard im Homestudio ist u.a. der Hersteller M-Audio. Auch die Firma Focusrite bietet seit längerem erschwingliche Audio-Interfaces mit ausgezeichneter Signalverarbeitung. Denn auch diese muss stimmen: Nicht nur die Anschlussmöglichkeiten sind wichtig, auch die Verarbeitung des Signals durch die sogenannten AD/DA-Wandler (die das analoge Mikrofonsignal digitalisieren und für den Rechner lesbar machen) sind sehr wichtig und bei einer Standard-On-Board-Karte nur minderwertig!

Browne Bassfalle Raumakustik

Ihr Fachhändler wird Sie in Ihrem spezifischen Fall gern beraten!

Das nächste Thema ist die Software! JETZT weiterlesen…

4 Kommentare zu “Welche Hardware?

  1. Thomas
    17. Januar 2015

    Spezialfall E-Gitarre.
    Was Aufnahme angeht, bin ich noch ein Anfänger, Musik produziere ich aber schon recht lange – auf niedrigem Niveau.

    Damals hat es völlig ausgereicht, die Onboard-Soundkarte des Rechners zu verwenden, da niemals in großem Stil aufgenommen wurde sondern lediglich mit VSTs und Samples Musik produziert. Auf dem Level reicht die simpelste Soundkarte.

    Ein digitales Audio-Interface (1 Eingang) habe ich mir zugelegt als ich anfing E-Gitarre aufzunehmen. Eine E-Gitarre über einen Verstärker in die Mikrofonbuchse des Rechners zu stecken funktioniert zwar technisch, hat aber mindestens einen ekligen Nebeneffekt: Enorme Latenz.
    I. d. R. möchte man gleichzeitig seine schon produzierten Passagen abspielen und dazu Gitarre einspielen. Das funktioniert nur, wenn man sein Gitarrespiel auch hört, was bei einer E-Gitarre und laufender Musik recht schwierig ist, wenn der Rechner nicht auch die verstärkte Gitarre wieder ausgibt. Simultanes Einspielen und Abspielen hat bisher mit keinem mir bekannten Basis-Setup funktioniert, da der Rechner das Gitarrespiel immer mit mindestens 500ms Verzögerung wieder ausgegeben hat. Sauber zu spielen ist damit unmöglich. Eine einfache Hilfe stellt hier der freie Audiotreiber ASIO4All dar, der die Latenz bei der Ausgabe der Aufnahme etwas wegnimmt, aber in meinem Fall nicht völlig. Einen Versuch ist es allemal wert, wenn man kein Geld ausgeben möchte. In meinem Fall hat es aber nicht geholfen. Abgesehen davon habe ich immer wieder Stimmen von erfahreneren Musikern gehört, die davon abraten, einen Gitarrenverstärker direkt in Mikrofon- oder Line-In-Buchse eines Rechners zu stöpseln.

    In Echtzeit mein Gitarrenspiel hören kann ich erst seitdem ich mir ein externes digitales Audio-Interface mit einem Klinkeneingang zugelegt habe. Die einfachsten Modelle sind mit 80 Euro recht günstig aber m.E. jeden Cent wert, da man ohne einfach nicht sinnvoll einspielen kann und externe Karten sicherstellen, dass man sich die Audioeingänge des Rechners nicht ruiniert. Nächster Schritt für mich sind dann externe Karten mit mehreren Eingängen.

    • David Browne
      17. Januar 2015

      die Investition in ein externes Audio-Interface ist definitiv das Geld wert, allein schon um die Kopfschmerzen zu vermeiden, die entstehen, wenn man versucht mit der On-Boad-Soundkarte des Rechners aufzunehmen.

  2. Laura
    17. April 2015

    Lieber David Browne

    Ich möchte meinen Gesang aufnehmen. Das Instrumental möchte ich digital aufnehmen.

    Mein PC ist neu, hat 24 Zoll und ist unglaublich schnell. Nun ist meine Frage, was benötige ich alles?
    Mir ist hauptsächlich wichtig, meinen Gesang aufzunehmen und anschliessend etwas zu verbessern :-), mehr nicht. Ich wollte dich Fragen, ob du mir helfen kannst, für mich das beste zu finden, denn ich habe leider keine Ahnung.

    Ich freue mich jetzt schon auf deine Antwort.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Laura

    • David Browne
      17. April 2015

      Hallo Laura,

      Du benötigst:

      1) AUDIO-INTERFACE, dass die Sound-Wiedergabe und Aufnahme regelt, einen XLR Anschluss für ein professionelles Mikrofon bietet sowie einen Kopfhöreranschluss.
      Zum Beispiel M-Audio Fast Track C400.

      2) Großmembran-Kondensator-MIKROFON, das hochwertige Aufnahmen ermöglicht.
      Zum Beispiel, günstig und gut: Studio Projects B1. Gibt es als sehr preiswertes Bundle bei Thomann.de mit Kabel und Popkiller, brauchst Du beides auch. Mikrofonstativ müsstest Du noch extra kaufen, z.B. Millenium MS-2005.

      3) GESCHLOSSENER KOPFHÖRER. Der lässt keinen Klang nach außen, so dass Du das Instrumental hören kannst, ohne dass dieses so laut aus dem Kopfhörer schallt, dass das Mikrofon es mit aufnimmt.
      Zum Beispiel: Sennheiser HD 380 Pro. Oder günstiger von der Marke t.bone.

      4) Sequenzerprogramm/DAW. Da findet dann die Bearbeitung, Aufnahme usw. statt. Z.B. Cubase Elements.

      Das wäre ein Beispiel für ein Setup, mit dem Du anfangen könntest, das bereits gute Aufnahmequalität ermöglicht. Langfristig kann man immer noch aufstocken. Ich empfehle Dir in den Zusammenhang u.a. noch die Artikel Equipment-Check Audio-Interface sowie Equipment-Check Studio Monitore hier im Blog.

      Eine alternative wäre das Bundle Focusrite Scarlett Studio. Da ist, bis auf den Mikrofonständer, schon alles dabei, was Du brauchst. http://www.thomann.de/de/focusrite_scarlett_studio.htm

      Liebe Grüße

      David Browne

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